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Kleiner Bruder

Mit dem X4 hat BMW den X6 geschrumpft

Von WolfgangSchäffer
Auch wenn man es in Deutschland kaum glauben mag – mit dem wuchtigen X6 hat BMW einen Erfolg gelandet. Die optische Mixtur aus Geländegänger und Coupé verkaufte sich seit 2008 weltweit 250 000 Mal.

Grund genug für den Autobauer aus München, den X6 zu schrumpfen. Als X4 soll das 4,67 Meter lange, 1,88 Meter breite und 1,62 Meter hohe Konzept nun in der Mittelklasse punkten.
Ganz wie der große Bruder reckt der technisch auf dem 14 Millimeter kürzeren aber 36 Millimeter flacheren X3 basierende X4 seine Nase angriffslustig in den Wind. Auffällig dabei die mächtigen Lufteinlässe, die weit außen unterhalb der Scheinwerfer platziert sind. Unterhalb der Doppelniere liegt eine markant gezeichnete Frontschürze, die ebenso wie das Coupédach und das kurze Heck samt Abrisskante die sportlichen DNA des neuen BMW unterstreichen soll. Unterwegs mit dem X4 zeigt sich schnell, dass der Wagen sein optisch gemachtes Versprechen hält. Das gilt vor allem dann, wenn Kurven zügig genommen werden. Es ist beeindruckend, wie spurtreu das Auto selbst enge Serpentinen bei hohem Tempo meistert, dabei präzise einlenkt. Gründe dafür sind die generell sportliche Abstimmung des Fahrwerks und auch die serienmäßig vorhandene variable Sportlenkung. Zudem liegt der Schwerpunkt des leicht hochbeinig wirkenden Autos um 65 Millimeter niedriger als beim X3 – und das, obwohl die Bodenfreiheit der beiden Fahrzeuge identisch ist. Aber auch der Allradantrieb xDrive trägt dazu bei. Das System verteilt die Antriebskräfte nicht nur zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern stufenlos und je nach Bedarf automatisch auch zwischen den Hinterrädern. Dynamik pur.
Sechs Triebwerke stehen zur Wahl, drei Benziner und drei Diesel mit einem Leistungsspektrum von 184 bis 313 PS. Während der Einstiegs-Selbstzünder im X4 xDrive 20d mit einem Sechsgang-Getriebe und der Basis-Benziner X4 xDrive 20i mit einer Achtgang-Automatik (Option für den Diesel) kombiniert ist, sind alle anderen Motoren mit einer Achtgang-Sportautomatik ausgerüstet.
Der Fahrer sitzt auf bestens gepolsterten Sesseln. Einschränkungen indessen müssen groß gewachsene Passagiere auf der Rückbank in Kauf nehmen. Aufgrund des Coupédachs kommt der Kopf dem Fahrzeughimmel sehr nah oder stößt gar an. Ebenso das Volumen des Kofferraums, das mit wenigen Handgriffen (Rückbank im Verhältnis 40:20:40 geteilt) von 500 bis auf 1400 Liter erweitert werden kann.
Der Basis-Diesel kostet 45 600 Euro, der Basis-Benziner 46 100 Euro.

Artikel vom 02.11.2014