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Nur einmal noch
lockt die Lok

Heimatverein Stedefreund feiert Draisinen-Fest in Diebrock

 Von Uwe Brinkmann
Herford. Der Heimatverein Stedefreund veranstaltet am Donnerstag, 17. Mai, von 11 bis 18 Uhr den zweiten historischen Draisinen-Tag im Industriegebiet Diebrock. Es wird das letzte »Himmelfahrtskommando« der Stedefreunder sein. Am Tag darauf sollen die Gleise abgebaut werden.

Geplant ist ein buntes Fest für die ganze Familie, das wie vor vier Jahren im September in bester Erinnerung bleibt. Der 17. Mai ist dazu als Feier- und Ausflugstag wie geschaffen, sollen doch nicht nur Stedefreunder und Diebrocker auf ihre Kosten kommen. Es dürfen sich gern auch Gäste aus Nah und Fern angesprochen fühlen.
500 Besucher nahmen vor vier Jahren das Angebot mit Lern- und Unterhaltungswert wahr. Der »Tag« drohte aus allen Nähten zu platzen. Dieser schöne Erfolg sollte wiederholt werden. Davon träumten die Organisatoren Eckhardt Meier und Manfred Ongsiek, auch wenn der erste Draisinen-Tag mit allem Drum und Dran viel Einsatz abverlangt hatte.
Beinahe wäre dieser Traum geplatzt, vermeldete die Presse doch im November des vergangenen Jahres die Nachricht: Die Firma Well-Team kauft das Schienengelände im Diebrocker Industriegebiet. Firmenchef Sieghard Schöneberg konnte sich freilich für das Anliegen des Heimatvereins erwärmen. Er bewies Geduld und Verständnis, was in unserer schnelllebigen Zeit höchst ungewöhnlich ist. Das Draisinen-Fest konnte also stattfinden. Erst danach sollen die Gleise endgültig aus ihrem Bett geholt werden.
Für Eckhardt Meier, ehemaliger Fahrdienstleiter der Deutschen Bundesbahn und Eisenbahner aus Leidenschaft, läuft die Chose mit sehr viel Glücksgefühl, aber dennoch nicht ohne Wehmut ab. Sein Motto des Draisinen-Festes lautet daher: »Abschied von den Gleisen«. Wer die Geschichten, die sich um diese Gleise ranken, von Meier und Ongsiek vom Heimatverein erzählen lässt, der wird sich durchaus das eine oder andere lachende und feuchte Auge nicht verkneifen können.
Die zweite gute Nachricht für die Organisatoren des Draisinen-Tages kam im Januar aus Bippen bei Osnabrück: Eine Selbstbaulok und eine Draisine dürfen noch einmal in Stedefreund/Diebrock fahren.
Wer Freude an diesem schweißtreibenden Stück Bahngeschichte hat, der ist mit Kind und Kegel zum Mitfahren und Mitfeiern eingeladen. Es geht auch dieses Mal am 17. Mai nicht allein um flottes Fortkommen in einem romantischen Blätterwald, sondern darüber hinaus um Wissenswertes aus der heimischen Industriegeschichte. Natürlich wird zudem erklärt, welchen Sinn die Bahn-Oldtimer einst hatten.
Gewiss kommt bei dem Fest für die ganze Familie der Spaß nicht zu kurz. Für Unterhaltung, Essen und Trinken ist am »Draisinenbahnhof« reichlich gesorgt. Bei schlechtem Wetter bietet ein großes Zelt Schutz. Auf 650 Metern Länge zerschneidet die Bahnstrecke bislang landwirtschaftlich genutztes Wald- und Industriegebiet nach aufwändigen Flurarbeiten erneut messerscharf.
Die erste Fahrt gehört den Kindern. Die Selbstbau-Lok wird eine große Clubdraisine ziehen. Im oberen Schienenbereich fährt eine Fahrraddraisine zum Prellbock. Ferner werden Kutschenfahrten zu Pferde angeboten. Eine Hüpfburg sorgt für Zerstreuung bei den Kleinsten, und auch die Feuerwehr Diebrock ist zur Sicherheit da.
Das Familienereignis findet auf dem Industriestammgleis in Herford-Diebrock, Ecke Am Hainkamp/Tilkerbrink, statt. Großzügige Parkmöglichkeiten bestehen über die Zufahrt zu den Firmen Dresselhaus und Wego an der Laarer Straße/Zeppelinstraße.

Artikel vom 13.05.2012