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»Ilse« ist für alle da

»Zementkönig« hilft nach Krieg - Serienteil 3

Paderborn (lud). Wer war eigentlich diese Ilse, deren Weg sich im Südwesten durch das Stadtgebiet schlängelt? Diesmal widmen die Paderborner einem Arbeitgeber ihren Namen, dem Zementwerk Ilse.

1950 wurde die Straße so benannt, nachdem sich dort vor allem die Arbeiter des Zementwerks angesiedelt hatten.
Eng verbunden mit der Geschichte des Zementwerks ist das Leben des Friedrich-Wilhelm Mohn. Der ehemalige »Zementkönig« trat bereits im Alter von 20 Jahren die Geschäftsführung der »Ilse«-Zementwerke an. 1945 wurden die Anlagen Opfer der Bomben. Aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt widmete er sich mit allen Kräften dem Wiederaufbau. Viele Paderborner verdanken ihm und der »Ilse«-Selbsthilfeaktion« nach dem Krieg ihr Häuschen.
Friedrich-Wilhelm Mohn stellte ihnen Kalk- und Zementdachsteine zur Verfügung. Die Hausbesitzer konnten den Eigenbedarf an Materialien zuvor im Zementwerk erarbeiten. Auch fand Mohn Mittel und Wege, verschiedenen Institutionen nach dem Krieg Wiederaufbau-Material zur Verfügung zu stellen.
Mohn setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch für die Russland-Heimkehrer ein und versorgte sie mit Lebensmitteln. Als Schatzmeister leitete er die Lotterie zum Aufbau des Paderborner Rathauses und er war Mitglied im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss der Stadt.
Nach der 1959 vollzogenen Umwandlung in eine Einzelfirma erlebte das Unternehmen einen Aufschwung und feierte 1967 das 50-jährige Bestehen des Zementwerks »Ilse«. 1970 schließlich verkaufte Mohn das Werk an die Heidelberg Cement AG.
Anfang Februar 2008 verstarb Friedrich-Wilhelm Mohn im Alter von 95 Jahren.

Artikel vom 08.04.2012